Goldmünzen der USA: Geschichte und Besonderheiten
US-Goldmünzen sind ein fester Bestandteil des weltweiten Edelmetallhandels. Dank ihrer reichen Geschichte, hohen Liquidität und ihres Wiedererkennungswertes sind sie seit jeher ein verlässlicher Bestandteil jedes Anlageportfolios.

Einführung in die Welt der US-Goldmünzen
US-Goldmünzen sind ein fester Bestandteil des weltweiten Edelmetallhandels. Dank ihrer reichen Geschichte, hohen Liquidität und ihres Wiedererkennungswertes sind sie seit jeher ein verlässlicher Bestandteil jedes Anlageportfolios.
Die größte Beliebtheit und Verbreitung erlangten die sogenannten „Gold Eagles“. Ihren Namen erhielten sie aufgrund der Abbildung eines Adlers, der den amerikanischen Staat symbolisiert. Diese Münzen wurden zu einem ikonischen Element der Numismatik und der Geldanlage.
Die Anfänge der Prägung: Vom Goldstaub zum Münzgesetz
| Nennwert | Masse |
| --- | --- |
| 10 Dollar | 17,5 g |
| 5 Dollar | 8,75 g |
| 2,5 Dollar | 4,37 g |
Seit den Anfängen der Staatlichkeit auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten von Amerika wurde aktiv Gold abgebaut. Anfangs wurde es als Zahlungsmittel in Form von Staub oder Barren verwendet, später tauchten verschiedene privat geprägte Münzen auf.
Ein Wendepunkt war das Jahr 1795, als der Kongress das Münzgesetz verabschiedete. Dieses Dokument legte einen einheitlichen Standard für die Prägung fest, und die ersten offiziellen Goldmünzen wurden ausgegeben. Sie hatten unterschiedliche Nennwerte und Gewichte, aber denselben Feingehalt an Gold.
Der Goldgehalt in all diesen Münzen betrug 91,67 %. Die größte Münze mit einem Nennwert von 10 Dollar wurde „Goldener Adler“ genannt, und die anderen erhielten proportionale Namen: „Halber Adler“ (5 Dollar) und „Viertel Adler“ (2,5 Dollar).

Die Evolution des Designs: Vom „Turban Head“ zum „Liberty Head“
Das Aussehen der ersten Münzen war einheitlich: Auf der einen Seite war ein Weißkopfseeadler mit der Inschrift „United States of America“ abgebildet, auf der anderen das Porträt der Liberty mit der Inschrift „Liberty“. Wegen der Ähnlichkeit der Kopfbedeckung auf dem Porträt mit einem Turban erhielten diese Münzen den Namen „Turban Head“.
Im Jahr 1808 änderte sich das Design: Der Frauenkopf wurde nun mit einer phrygischen Mütze geprägt, einem Symbol für Freiheit und Revolution. Solche Münzen wurden als „Capped Bust“ bekannt.
Im Jahr 1834 wurde ein neues Münzgesetz verabschiedet, das die Standards änderte. Der Goldgehalt wurde von 91,67 % auf 89,92 % reduziert, was sich auch auf die Masse der Münzen auswirkte. Es erschien auch ein neues Bild der Liberty im antiken Stil ohne Kopfbedeckung, mit einem Band mit der Aufschrift „Liberty“. Diese Münzen erhielten den Namen „Classic Head“, wurden aber nur für kurze Zeit, etwa fünf Jahre lang, geprägt.
Populärer wurde die folgende Abbildung, bekannt als „Liberty Head“ oder „Kopf der Freiheit“. Münzen mit diesem Design blieben über einen langen Zeitraum – von 1840 bis 1907 – im Umlauf.

Der Goldrausch und das Erscheinen des „Double Eagle“
Nach der Entdeckung reicher Goldvorkommen in Kalifornien begann sich das Sortiment an Goldmünzen zu erweitern. Im Jahr 1849 erschienen Münzen mit einem Nennwert von 1 Dollar sowie die teuerste und bekannteste amerikanische Goldmünze – der „Double Eagle“.
Die „Double Eagle“-Münze hatte einen Nennwert von 20 Dollar und enthielt fast eine ganze Troy-Unze (0,9675 oz) 900er Gold. Trotz der hohen Auflage (etwa 150 Millionen Stück) ist sie heute selten. Im Jahr 1933, nachdem die USA den Goldstandard aufgegeben hatten, wurden fast alle Exemplare eingezogen und eingeschmolzen.
Im selben Zeitraum erschienen auch andere Nennwerte. Im Jahr 1854 wurden Drei-Dollar-Goldmünzen mit dem Abbild einer Frau mit indianischem Federschmuck („Indian Princess Head“) ausgegeben. Die Prägung dieser Münzen sowie der Ein-Dollar-Münzen wurde jedoch 1889 eingestellt.

Moderne Anlagemünzen: Der „American Gold Eagle“
Nach einer langen Pause wurde 1986 die Prägung der legendären Goldmünzen wieder aufgenommen, diesmal jedoch als Anlagemünzen. Bei der Gestaltung der neuen „American Gold Eagles“ diente das Aussehen des berühmten „Double Eagle“ von Saint-Gaudens aus dem Jahr 1907 als Vorlage.
- 1/10 Unze (5 Dollar)
- 1/4 Unze (10 Dollar)
- 1/2 Unze (25 Dollar)
- 1 Unze (50 Dollar)
Für die Herstellung wird Gold mit einem Feingehalt von 916,7/1000 verwendet, das ausschließlich in den USA abgebaut wird. Der Legierung werden 3 % Silber und 5,33 % Kupfer beigemischt, was die Münze verschleißfester macht und ihr einen rötlichen Farbton verleiht. Bis 1992 wurde das Prägejahr mit römischen Ziffern angegeben.

Der „American Buffalo“ – eine Münze aus reinem Gold
Seit 2006 wird eine weitere ikonische Münze ausgegeben – der „American Buffalo“ („Amerikanischer Büffel“). Dies ist die erste Münze der U.S. Mint, die zu 99,99 % aus reinem Gold besteht. Sie wurde geschaffen, um die Nachfrage von Anlegern zu befriedigen, die Münzen mit hohem Feingehalt bevorzugen.
Das Aussehen des „Buffalo“ wiederholt das Design der alten 5-Cent-Münze aus Kupfernickel, die von 1913 bis 1933 ausgegeben wurde. Auf ihr ist ein Kompositporträt eines nordamerikanischen Indianers und die Abbildung eines Bisons zu sehen. Diese Münze ist ein direkter Konkurrent für so bekannte Anlagemünzen wie den kanadischen „Maple Leaf“ und den österreichischen „Philharmoniker“.
- 1/10 Unze (5 Dollar)
- 1/4 Unze (10 Dollar)
- 1/2 Unze (25 Dollar)
- 1 Unze (50 Dollar)

Eine einzigartige Besonderheit der Prägung
Eine interessante Besonderheit amerikanischer Münzen ist die sogenannte Wendeprägung. Das Bild auf dem Revers (Rückseite) ist im Verhältnis zum Avers (Vorderseite) um 180 Grad gedreht. Das bedeutet, dass bei einer horizontalen Drehung der Münze die Abbildung auf der Rückseite auf dem Kopf steht.
Diese Prägeart ist ein charakteristisches Merkmal der U.S. Mint. Um beide Seiten korrekt zu betrachten, sollte man amerikanische Goldmünzen daher vertikal wenden.