Wie viel zahlen Ankaufsstellen wirklich für einen sowjetischen Silber-Poltinnik? - AUCBURG | AUCBURG
Wie viel zahlen Ankaufsstellen wirklich für einen sowjetischen Silber-Poltinnik?
Die Geschichte begann mit einem ungewöhnlichen Vorfall: Ein Mann kam in eine Ankaufsstelle, um einen sowjetischen Poltinnik aus dem Jahr 1924 zu verkaufen. Die Münze war in einem mittelmäßigen Zustand, dennoch verlangte der Besitzer dafür ganze 150.000 Rubel.
Die Geschichte begann mit einem ungewöhnlichen Vorfall: Ein Mann kam in eine Ankaufsstelle, um einen sowjetischen Poltinnik aus dem Jahr 1924 zu verkaufen. Die Münze war in einem mittelmäßigen Zustand, dennoch verlangte der Besitzer dafür ganze 150.000 Rubel.
Tatsächlich liegt der Marktwert eines solchen Poltinniks im Durchschnitt zwischen 1.000 und 1.500 Rubel, aber keinesfalls bei Hunderttausenden. Dem Besitzer der Münze wurden 500 Rubel angeboten, die er ablehnte.
Dieser Fall war der Anlass für ein Experiment. Es stellte sich die Frage: Wie viel würden andere Antiquitätengeschäfte und Ankaufsstellen für dieselbe Münze bieten? Möglicherweise war die ursprüngliche Schätzung falsch.
Das Experiment: Ein Streifzug durch die Ankaufsstellen von Sankt Petersburg
Um den tatsächlichen Ankaufspreis der Münze zu ermitteln, wurde beschlossen, mehrere Antiquitätengeschäfte in Sankt Petersburg aufzusuchen. Das Ziel des Experiments war es, herauszufinden, wie stark sich die Angebote verschiedener Gutachter unterscheiden und ob es einen einheitlichen Ansatz zur Bewertung solcher Objekte gibt.
Für die Reinheit des Experiments wurde genau dieser Silber-Poltinnik von 1924 verwendet. Die Ergebnisse dieses Streifzugs waren ziemlich unerwartet und zeigten die ganze Bandbreite der Herangehensweisen im Umgang mit Antiquitäten.
Das Experiment: Ein Streifzug durch die Ankaufsstellen von Sankt Petersburg
Erster Besuch: Bewertung nach Silberwert
Die erste Station war ein Antiquitätenladen, der bis oben hin mit verschiedenen alten Gegenständen gefüllt war. Der Besitzer, ein älterer Herr, untersuchte die Münze aufmerksam mit einer Lupe und bemerkte sofort, dass sie sich in einer Plastikkapsel befand, was seiner Meinung nach für solche Münzen untypisch sei.
Der Gutachter kritisierte den Zustand der Münze, nannte sie „zerkratzt“ und bemerkte, dass die Details der Abbildung kaum sichtbar seien. Er fügte hinzu, dass das Jahr 1924 als ein „billiger“ Jahrgang für Poltinniks gilt. Schließlich bot er für die Münze nur 300 Rubel an und bewertete sie praktisch nur nach ihrem Silberwert.
Neben dem Poltinnik wurde auch eine britische Anlagemünze „Britannia“ aus dem Jahr 2000 zur Bewertung vorgelegt. Der Gutachter bemerkte, dass sie zerkratzt sei, und bot für beide Münzen zusammen etwa 1500-2000 Rubel an.
Erster Besuch: Bewertung nach Silberwert
Meinungen auf der Straße und Absagen in Ankaufsstellen
Waren in der UdSSR
Preis
Eis
19 Kopeken
Bier
32 Kopeken
Ein Liter Milch
28 Kopeken
Neben den Ankaufsstellen wurde auch eine kleine Umfrage unter Passanten auf den Straßen der Stadt durchgeführt. Die Meinungen der Leute über den Wert der Münze und ihre Kaufkraft zu Sowjetzeiten gingen stark auseinander. Einige vermuteten, dass man für einen Poltinnik zwei Eis kaufen konnte, andere hielten die Münze für eine Fälschung.
Einer der Passanten erinnerte sich an die Preise von damals, was eine ungefähre Vorstellung vom Wert von 50 Kopeken in der UdSSR ermöglichte.
Die nächsten Besuche in Ankaufsstellen blieben erfolglos. In einem Laden weigerte man sich schlichtweg, Münzen anzukaufen, da dies nicht ihre Spezialisierung sei. An anderer Stelle hieß es, die Münze sei höchstwahrscheinlich eine Kopie und nichts wert.
Meinungen auf der Straße und Absagen in Ankaufsstellen
Eine ehrliche Bewertung und ein unerwarteter Kauf
Der letzte Besuch erwies sich als der erfolgreichste. Die Verkäuferin im Antiquitätengeschäft schätzte den Zustand der Münze sofort ehrlich als schlecht ein, bot aber 700 Rubel dafür an. Sie erklärte, dass sie ähnliche Poltinniks für 1.000 Rubel verkaufen.
Ein anderer Mitarbeiter des Ladens erklärte ausführlich, wovon der Preis abhängt: Wichtig sei die Erhaltung kleiner Details wie des Auges oder der Haare auf der Abbildung. Die Ehrlichkeit und Professionalität der Gutachter beeindruckten so sehr, dass beschlossen wurde, die eigene Münze nicht zu verkaufen, sondern im Gegenteil alle Poltinniks zu kaufen, die sie vorrätig hatten.
Letztendlich wurden sechs Münzen zu je 1.000 Rubel erworben. Einer der Kunden im Laden gab außerdem den Rat, in Silber zu investieren, da es im Gegensatz zu Papiergeld mit der Zeit nur an Wert gewinnt.
Eine ehrliche Bewertung und ein unerwarteter Kauf
Ergebnisse des Experiments: von 300 Rubel bis zu einem fairen Geschäft
Ankaufsstelle
Angebotener Preis für den Poltinnik von 1924
Ankaufsstelle Nr. 1
300 Rubel
Ankaufsstelle Nr. 2
Kauf abgelehnt
Ankaufsstelle Nr. 3
Abgelehnt, Fälschungsverdacht
Ankaufsstelle Nr. 4
700 Rubel
Das Experiment zeigte eine enorme Spanne bei den Bewertungen derselben Münze. Die Angebote reichten von einem symbolischen Betrag bis zu einem durchaus fairen Preis. Dies deutet auf unterschiedliche Niveaus von Professionalität und Arbeitsweisen bei den Besitzern von Antiquitätenläden hin.
Die Ergebnisse der Besuche in den verschiedenen Ankaufsstellen lassen sich in einer Tabelle zusammenfassen:
Einige Gutachter waren offensichtlich desinteressiert oder inkompetent, während andere fundierte Kenntnisse und einen ehrlichen Ansatz zeigten. Die angenehmste Erfahrung war der Besuch der letzten Ankaufsstelle, wo das Objekt nicht nur korrekt bewertet, sondern auch alle Nuancen der Preisbildung ausführlich erklärt wurden.
Ergebnisse des Experiments: von 300 Rubel bis zu einem fairen Geschäft