Randschriftvariante des Krönungsrubels von 1896 - AUCBURG | AUCBURG
Randschriftvariante des Krönungsrubels von 1896
Die Untersuchung der Randschriften (Kanteninschriften) auf Silberrubeln des Russischen Kaiserreichs Ende des 19. Jahrhunderts offenbart interessante Nuancen für Sammler. Insbesondere weisen die Münzen aus der Regierungszeit von Alexander III. und Nikolaus II. Unterschiede auf, die es ermöglichen, seltene Varianten zu identifizieren. Eines der Schlüsselmerkmale zur Bestimmung solcher Varianten ist die Schreibweise der Ziffern in der Randschrift.
Besonderheiten der Randschriften auf Rubeln des späten 19. Jahrhunderts
Die Untersuchung der Randschriften (Kanteninschriften) auf Silberrubeln des Russischen Kaiserreichs Ende des 19. Jahrhunderts offenbart interessante Nuancen für Sammler. Insbesondere weisen die Münzen aus der Regierungszeit von Alexander III. und Nikolaus II. Unterschiede auf, die es ermöglichen, seltene Varianten zu identifizieren. Eines der Schlüsselmerkmale zur Bestimmung solcher Varianten ist die Schreibweise der Ziffern in der Randschrift.
Der Standard der Randschrift zur Zeit Alexanders III.
Als Ausgangspunkt für den Vergleich dient die Randschrift auf den Rubeln von Alexander III. Am Beispiel einer Münze von 1891 ist die für die damalige Zeit standardmäßige Inschrift zu sehen: „ЧИСТАГО СЕРЕБРА 4 ЗОЛОТНИКА 21 ДОЛЯ“. In Klammern sind die Initialen des Münzmeisters angegeben – „АГ“ (Apollon Grashof).
Ein wesentliches Merkmal ist die Schreibweise der Ziffer „4“. Sie hat eine charakteristische Form mit einem schrägen Querbalken, der an ein „Schwänzchen“ erinnert. Dieser Stil der Ziffernschreibung war typisch für die Geräte, die während der Herrschaft von Alexander III. verwendet wurden.
Standard der Randschrift zur Zeit Alexanders III.
Die Entwicklung der Ziffer „4“ auf der Randschrift der Rubel von Nikolaus II.
Typ der Ziffer „4“
Beschreibung
Verwendungszeitraum
„Alexandrinische“
Hat ein charakteristisches „Schwänzchen“ oder einen schrägen Querbalken
Rubel von Alexander III., frühe Rubel von Nikolaus II. (bis 1896)
„Nikolaitische“ (Standard)
Hat einen geraden, horizontalen Querbalken
Rubel von Nikolaus II. (ab 1896)
Mit Beginn der Herrschaft von Nikolaus II. wurde die alte Ausrüstung für die Randschrift noch einige Zeit weiterverwendet. Beispielsweise sehen wir auf dem Rubel von 1895 dieselbe „alexandrinische“ Ziffer „4“ mit dem schrägen Querbalken. Doch bereits ab dem folgenden Jahr, 1896, erscheint auf den meisten Münzen ein neuer Standard für die Schreibweise.
Auf den Rubeln der Jahre 1896, 1897 und 1898 hat die Ziffer „4“ in der Randschrift bereits einen geraden, standardmäßigen horizontalen Querbalken. Diese Änderung deutet auf den Übergang der Münzstätte zu neuen Rändelmaschinen hin. Somit lassen sich zwei Haupttypen der Schreibweise der Ziffer „4“ auf dem Rand unterscheiden.
Entwicklung der Ziffer „4“ auf der Randschrift der Rubel von Nikolaus II.
Der Krönungsrubel von 1896: eine verborgene Randschriftvariante
Der Gedenkrubel von 1896, der anlässlich der Krönung von Nikolaus II. ausgegeben wurde, hatte traditionell keine bekannten Varianten, abgesehen von den üblichen Unterschieden in den Stempeln von Avers und Revers. Die meisten dieser Münzen haben eine Randschrift mit der „nikolaitischen“ Ziffer „4“, also mit dem standardmäßigen geraden Querbalken.
Es existiert jedoch auch eine andere, seltenere Variante dieser Münze. Sie besteht darin, dass ein Teil der Auflage unter Verwendung der alten Rändelmaschinen geprägt wurde. Infolgedessen findet sich auf dem Rand solcher Münzen die „alexandrinische“ Ziffer „4“ mit dem schrägen Querbalken, die von den Rubeln der vorherigen Herrschaft übernommen wurde.
Somit gibt es beim Krönungsrubel von 1896 zwei Randschriftvarianten:
Variante 1 (Standard): Randschrift mit der „nikolaitischen“ Ziffer „4“ (gerader Querbalken).
Variante 2 (Variante): Randschrift mit der „alexandrinischen“ Ziffer „4“ (schräger Querbalken).
Beobachtungen zufolge kommen beide Varianten in etwa gleichem Verhältnis vor, 50 zu 50 Prozent. Diese Nuance ermöglicht es, in einer Sammlung zwei verschiedene Typen derselben Gedenkmünze zu unterscheiden, die sich nur durch ein Detail auf dem Rand unterscheiden.
Krönungsrubel von 1896: eine verborgene Randschriftvariante