Polieren eines Griwenniks Peters I.: Wie man Kratzer von einer seltenen Münze entfernt - AUCBURG | AUCBURG
Polieren eines Griwenniks Peters I.: Wie man Kratzer von einer seltenen Münze entfernt
In Bearbeitung befand sich ein interessantes Exemplar – ein Griwennik von Peter I. aus dem Jahr 1718, eingeschlossen in einem Slab der amerikanischen Grading-Firma NGC. Solche Münzen, insbesondere in gutem Zustand, sind für Numismatiker von erheblichem Interesse.
In Bearbeitung befand sich ein interessantes Exemplar – ein Griwennik von Peter I. aus dem Jahr 1718, eingeschlossen in einem Slab der amerikanischen Grading-Firma NGC. Solche Münzen, insbesondere in gutem Zustand, sind für Numismatiker von erheblichem Interesse.
Der Besitzer der Münze war jedoch kein Befürworter der Aufbewahrung kleiner Münzen in Slabs. Sein Hauptwunsch bestand nicht nur darin, die Münze aus dem Kunststoffbehälter zu entnehmen, sondern auch darin, die sichtbaren Kratzer auf ihrer Oberfläche zu entfernen. Es bestand die Hoffnung, dass nach einer schonenden Politur und der Beseitigung der Mängel der Grade der Münze potenziell steigen könnte.
Zustandsbewertung unter dem Mikroskop
Vor Beginn jeglicher Arbeiten wurde eine sorgfältige Untersuchung der Münze unter dem Mikroskop direkt im Slab durchgeführt. Dies ermöglichte es, die Art der Beschädigungen detailliert zu untersuchen. Auf dem Avers (der Seite mit der Aufschrift „ГРИВЕННИКЪ“) wurden zahlreiche Kratzer entdeckt, die den Gesamteindruck der Münze beeinträchtigten.
Vermutlich entstanden diese Kratzer durch eine unsachgemäße Reinigung unmittelbar nach dem Fund der Münze. Der Revers mit der Abbildung des Doppeladlers war in einem besseren Zustand, obwohl auch hier geringfügige Mängel vorhanden waren. Die Hauptaufgabe bestand darin, das Feld der Münze zu polieren, um diese Beschädigungen so weit wie möglich zu beseitigen.
Zustandsbewertung unter dem Mikroskop
Ein heikler Eingriff: Das Öffnen des NGC-Slabs
Das Entnehmen der Münze aus dem Slab erfordert Sorgfalt. Anstelle grober Methoden, wie dem Einsatz eines Hammers, wurde ein schonenderer Ansatz gewählt. Zum Öffnen wurden spezielle dünne Metallspatel verwendet.
Die Arbeit erfolgte entlang des Umfangs des Slabs, wo sich eine spezielle Nut befindet. Der schrittweise Öffnungsprozess sah wie folgt aus:
Das Werkzeug wird in die Nut an der Seite des Slabs eingeführt.
Mit vorsichtigen Bewegungen wird der Kunststoff aufgehebelt, um die beiden Hälften des Behälters zu trennen.
Der Vorgang wird entlang des gesamten Umfangs wiederholt, bis der Slab vollständig geöffnet ist.
Im Ergebnis gelang es, den Slab sauber in zwei Teile zu trennen, ohne ihn oder, was am wichtigsten ist, die Münze im Inneren zu beschädigen. Anschließend wurde der Griwennik vorsichtig aus dem weißen Innenhalter für die weitere Bearbeitung entnommen.
Ein heikler Eingriff: Das Öffnen des NGC-Slabs
Werkzeuge und Materialien für die Politur
Zur Entfernung der Kratzer wurde ein spezielles Mittel ausgewählt. Es handelt sich um eine Silberpolitur deutscher Herstellung, die die Oberfläche gleichzeitig reinigt und schonend poliert. Die Besonderheit dieser Zusammensetzung ist das Vorhandensein sehr feiner Schleifpartikel, die es ermöglichen, das Münzfeld zu bearbeiten, ohne das Relief zu beschädigen.
Als Werkzeug zum Auftragen und Polieren wurde kein gewöhnliches Wattestäbchen, sondern ein spezielles Stäbchen zur Reinigung von Optiken verwendet. Seine Vorteile sind folgende:
Es hinterlässt im Gegensatz zu Watte keine Flusen.
Die Arbeitsfläche ist sehr weich und zerkratzt das Metall nicht.
Ein solches Werkzeugset ermöglicht eine maximal schonende Vorgehensweise, was bei der Münzrestaurierung von entscheidender Bedeutung ist.
Werkzeuge und Materialien für die Politur
Der Poliervorgang: Bearbeitung des Avers
Die Politur begann mit dem Avers – der Seite mit den meisten Kratzern. Auf die Münzoberfläche wurde ein kleiner Tropfen des Reinigungsmittels aufgetragen. Anschließend wurde die Substanz mit dem Optik-Reinigungsstäbchen vorsichtig und ohne starken Druck auf dem Münzfeld verteilt.
Die Hauptarbeit bestand darin, gezielt das Feld zu polieren und dabei zu versuchen, das Relief der Buchstaben und Ziffern nicht zu berühren. Der Prozess war mehrstufig: Nach jedem Polierzyklus wurde die Münze unter warmem Wasser abgespült und das Ergebnis unter dem Mikroskop begutachtet. Insgesamt wurden vier solcher Zyklen durchgeführt.
Bereits nach dem ersten Durchgang war erkennbar, dass die kleinen Kratzer verschwunden waren und die Münze sauberer wurde. Mit jedem weiteren Zyklus verbesserte sich das Ergebnis, und selbst tiefere Kratzer wurden weniger sichtbar.
Der Poliervorgang: Bearbeitung des Avers
Der letzte Schliff am Revers
Nach Abschluss der Arbeiten am Avers wurde ein analoges Verfahren am Revers durchgeführt. Diese Seite war ursprünglich in einem besseren Zustand mit weniger Kratzern, wies jedoch dunkle Flecken und einige kleine Mängel auf.
Der Poliervorgang des Revers war ebenso schonend. Besonderes Augenmerk wurde auf die Bereiche mit Verfärbungen gelegt. Wie schon beim Avers kamen dasselbe Poliermittel und das Optik-Reinigungsstäbchen zum Einsatz. Dies ermöglichte es, den Farbton der Oberfläche anzugleichen und die verbliebenen leichten Kratzer zu entfernen, was dem Adler ein saubereres und ansprechenderes Aussehen verlieh.
Der letzte Schliff am Revers
Das Endergebnis: Ein neues Erscheinungsbild der Münze
Nach all den Manipulationen hat die Münze ein deutlich besseres Aussehen erlangt. Die Untersuchung unter dem Mikroskop zeigte, dass die meisten Kratzer, insbesondere die kleinen, erfolgreich entfernt wurden. Das Münzfeld wurde glatt und sauber.
Es ist wichtig zu betonen, dass dabei die originalen Stempelflusslinien – Spuren vom Prägestempel – erhalten blieben, was für die schonende Art der Politur spricht. Das Relief der Buchstaben und des Adlers wurde nicht beeinträchtigt. Tiefe Kratzer wurden minimiert und fielen nicht mehr ins Auge.
Als Ergebnis der durchgeführten Arbeit gelang es nicht nur, den Griwennik aus dem Slab zu entnehmen, sondern auch sein Erscheinungsbild erheblich zu verbessern, indem die Mängel beseitigt wurden, die die sammlerische Attraktivität dieses seltenen Exemplars beeinträchtigten.
Das Endergebnis: Ein neues Erscheinungsbild der Münze