Wie sowjetisches Porzellan zum Jagdobjekt für Sammler wurde - AUCBURG | AUCBURG
Wie sowjetisches Porzellan zum Jagdobjekt für Sammler wurde
Einst zierten Porzellanfiguren und -service fast jedes sowjetische Zuhause, schmückten die Regale von Anrichten und galten als Zeichen des Wohlstands. Heute sind diese Gegenstände zu begehrten Objekten für Sammler geworden, und die Preise für seltene Exemplare bei Auktionen von Christie's und Sotheby's können Zehntausende von Dollar erreichen.
Das Phänomen des sowjetischen Porzellans: Vom Sideboard zur Auktion
Einst zierten Porzellanfiguren und -service fast jedes sowjetische Zuhause, schmückten die Regale von Anrichten und galten als Zeichen des Wohlstands. Heute sind diese Gegenstände zu begehrten Objekten für Sammler geworden, und die Preise für seltene Exemplare bei Auktionen von Christie's und Sotheby's können Zehntausende von Dollar erreichen.
Dieses Phänomen ist einfach zu erklären: Sowjetisches Porzellan ist nicht nur Geschirr oder Dekoration. Es ist die materielle Widerspiegelung einer ganzen Epoche, ihrer Ideologie, Hoffnungen und ihres Alltagslebens. Jede Figur oder jeder Teller trägt den Stempel der Zeit, sei es das revolutionäre Pathos der 20er Jahre oder das stille Familienglück der 60er Jahre.
Agitationsporzellan: Kunst im Dienste der Revolution
Die Geschichte des sammelwürdigen sowjetischen Porzellans begann in den 1920er Jahren mit einem einzigartigen Phänomen – dem Agitationsporzellan. Nach der Revolution erkannten die Bolschewiki, dass Kunst ein mächtiges Propagandainstrument sein konnte. Die ehemalige Kaiserliche Porzellanmanufaktur (später LFS) wurde auf die Herstellung von Produkten mit revolutionären Slogans und Symbolen umgestellt.
Auf Tellern, Tassen und Schalen, die einst für den Zarenhof bestimmt waren, erschienen kühne suprematistische und konstruktivistische Kompositionen. Künstler wie Sergei Tschechonin und Alexandra Schtschekotichina-Potozkaja schufen leuchtende Bilder einer neuen Welt. Diese Stücke wurden mit Slogans verziert, die heute Symbole der Epoche sind:
"Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen"
"Land den Werktätigen"
"Das Reich der Arbeiter und Bauern wird kein Ende haben"
Gerade das Agitationsporzellan ist heute eine der teuersten und gefragtesten Sammelrichtungen.
Agitationsporzellan: Kunst im Dienste der Revolution
Das goldene Zeitalter der Statuetten: eine glückliche sowjetische Kindheit
Die Nachkriegszeit, insbesondere die 1950er und 60er Jahre, wurde zum „goldenen Zeitalter“ der sowjetischen Kleinplastik aus Porzellan. Das propagandistische Pathos wich idyllischen und rührenden Szenen aus dem friedlichen Leben. Die Manufakturen produzierten massenhaft Figuren, die glückliche Kinder, Pioniere, Sportler sowie Helden aus Volksmärchen und literarischen Werken darstellten.
Diese niedlichen Statuetten spiegelten den offiziellen ideologischen Kurs zum Aufbau einer glücklichen Gesellschaft wider. Sie sollten ein Gefühl von Stabilität, Freude und Glauben an eine strahlende Zukunft ins Haus bringen. Heute schätzen Sammler sie für ihre Aufrichtigkeit, die hohe Ausführungsqualität und die nostalgische Atmosphäre, die sie schaffen.
Das goldene Zeitalter der Statuetten: eine glückliche sowjetische Kindheit
Ein Leitfaden zu Manufakturen und Marken: Wie man einen Schatz erkennt
Manufaktur
Stadt
Besonderheit der Marke
Bekannte Erzeugnisse
LFS (Leningrader Porzellanmanufaktur)
Leningrad
Blaue oder rote Marke „ЛФЗ“
Agitationsporzellan, Serie „Glückliche Kindheit“, Tierfiguren
Traditionelles blau-weißes Geschirr und Skulpturen
Für jeden Sammler ist die Bestimmung der Echtheit und Herkunft eines Objekts von entscheidender Bedeutung. Der wichtigste Helfer dabei ist die Marke auf der Unterseite des Stücks. Sie kann Auskunft über den Hersteller, die Herstellungszeit und sogar die Qualitätsstufe des Porzellans geben.
In der UdSSR gab es mehrere Dutzend Porzellan- und Fayencefabriken, aber jeder Sammler hat seine Favoriten. Die Kenntnis der wichtigsten Hersteller und ihrer Markierungen ist die Grundlage für erfolgreiches Sammeln.
Eine sorgfältige Untersuchung der Marke hilft nicht nur, ein Original von einer Fälschung zu unterscheiden, sondern auch den Wert des Fundes zu bestimmen. Die rote Marke auf LFS-Erzeugnissen wurde beispielsweise in der Regel für Produkte höchster Qualität verwendet, was deren Wert steigert.
Ein Leitfaden zu Manufakturen und Marken: Wie man einen Schatz erkennt
Die seltensten und teuersten Skulpturen
Der Wert von sowjetischem Porzellan wird durch mehrere Faktoren bestimmt: Seltenheit, Künstler, Erhaltungszustand und historische Bedeutung. Einige Statuetten, die in limitierter Auflage hergestellt oder aus der Produktion genommen wurden, sind heute ein Vermögen wert.
Unter den begehrtesten Objekten für Sammler lassen sich einige ikonische Werke hervorheben:
Figuren aus den 1920er-30er Jahren: insbesondere Agitationsfiguren, die von führenden LFS-Bildhauern wie Natalja Danko geschaffen wurden.
Mehrfigurige Kompositionen: aufwendig in der Herstellung, wurden sie in kleinen Auflagen produziert. Ein Beispiel ist „Die Diskussion der Stalin-Verfassung“ der Manufaktur Duljowo.
Figuren aus der Serie „Völker Russlands“: frühe Ausgaben dieser Serie sind sehr selten und wertvoll.
Experimentelle und Ausstellungsstücke: Diese Objekte existieren nur in Einzelexemplaren und gelangen praktisch nie auf den freien Markt.
Ein makelloser Zustand ohne Absplitterungen, Risse und Restaurierungen ist eine zwingende Voraussetzung für einen hohen Preis. Selbst ein kleiner Defekt kann den Wert einer Rarität um ein Vielfaches mindern.