Vom sowjetischen Poltinnik zum Schmuckdraht: Der vollständige Zyklus des Umschmelzens von Silber
Für die Herstellung von Silberdraht wurden als Rohmaterial zwei Silbermünzen, sogenannte Poltinniki, ausgewählt. Hinzu kamen zwei alte Silberketten. Die Münzen haben zwar einen historischen Wert, werden in diesem Fall aber als Metallquelle genutzt.

Vorbereitung des Silbers: Münzen von 1925-1926
| Merkmal | Beschreibung |
| Prägejahr | 1925 und 1926 |
| Inschrift auf dem Rand | "9 Gramm reines Silber" |
| Initialen | P.L. (Pjotr Latyschew) |
Für die Herstellung von Silberdraht wurden als Rohmaterial zwei Silbermünzen, sogenannte Poltinniki, ausgewählt. Hinzu kamen zwei alte Silberketten. Die Münzen haben zwar einen historischen Wert, werden in diesem Fall aber als Metallquelle genutzt.
Eine der Münzen stammt aus dem Jahr 1925, die zweite aus dem Jahr 1926. Auf dem Rand (der Kante) jeder Münze befindet sich eine Inschrift, die den Gehalt an reinem Silber sowie die Initialen des Münzmeisters angibt.
Diese Münzen bilden zusammen mit dem restlichen Altsilber die Grundlage für das zukünftige Schmuckstück.
Der Schmelzprozess: von Münzen zum Barren
| Begriff | Funktion |
| Borax | Ein Pulver, das als Flussmittel zur Reinigung des Metalls während des Schmelzens verwendet wird. |
Der erste Schritt ist das Schmelzen des gesamten vorbereiteten Silbers. Die Münzen und alten Ketten werden in einen speziellen Keramiktiegel gelegt. Zum Erhitzen wird ein Gasbrenner verwendet, der das Metall allmählich auf den Schmelzpunkt bringt.
Während des Schmelzprozesses wird ein spezielles Pulver – Borax – in den Tiegel gegeben. Es dient als Flussmittel und hilft, die Schmelze von Verunreinigungen und Oxiden zu reinigen, was zu einem reineren Barren führt.
Wenn das gesamte Silber vollständig geschmolzen ist und sich in eine homogene flüssige Kugel verwandelt hat, wird es vorsichtig in eine Metallform – eine Gussform – gegossen. Das Ergebnis ist ein kleiner Silberbarren, der für die weitere Verarbeitung bereit ist.

Formen des Rohlings: Walzen
Nach dem Gießen muss der Silberbarren in einen Rohling umgeformt werden, der zum Drahtziehen geeignet ist. Dazu wird der Barren zunächst geglüht – mit einem Gasbrenner rotglühend erhitzt, um das Metall weicher und formbarer zu machen.
Anschließend wird der Rohling durch eine Juwelierwalze geführt. Dies ist eine spezielle Maschine mit zwei rotierenden Walzen, die es ermöglicht, die Dicke des Metalls schrittweise zu reduzieren und ihm die gewünschte Form zu geben. Der Barren wird mehrfach gewalzt und verwandelt sich in einen langen Stab mit quadratischem Querschnitt.
Der Walzprozess wechselt sich mit dem Glühen ab. Nach mehreren Durchgängen durch die Walze wird das Metall wieder hart (kaltverfestigt) und muss erneut erhitzt werden, um seine Plastizität wiederherzustellen und Rissbildung zu vermeiden.

Drahtziehen: vom Stab zum feinen Faden
Wenn der Silberstab die erforderliche Dicke erreicht hat, beginnt der Prozess des Drahtziehens. Hierfür wird ein Zieheisen verwendet – eine dicke Metallplatte mit einer Reihe kalibrierter Löcher, deren Durchmesser schrittweise abnimmt.
Das Ende des Stabes wird mit einer Feile angespitzt, damit es durch das erste, größte Loch des Zieheisens passt. Anschließend wird der Stab mit einer Zange durch dieses Loch gezogen. Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt, wobei jedes Mal ein immer kleineres Loch verwendet wird.
Beim Ziehen wird der Silberstab gestreckt und verdünnt und verwandelt sich in Draht. Um den Prozess zu erleichtern und die Formbarkeit des Metalls zu erhalten, wird der Draht regelmäßig geglüht. Allmählich erreicht der Draht den gewünschten Durchmesser, in diesem Fall 0,95 mm.

Das Ergebnis der Arbeit: fertiger Silberdraht
Als Ergebnis aller Arbeitsschritte wurde aus zwei silbernen Poltinniki und einigen alten Ketten ein langer Silberdraht hergestellt. Der fertige Draht wird zur bequemen Lagerung und weiteren Verwendung zu einer Spule aufgewickelt.
Die Gesamtlänge des hergestellten Drahtes beträgt 3 Meter und 27 Zentimeter bei einem Durchmesser von etwa 0,95 mm. Dieser Draht ist ein universeller Rohling, aus dem später ein neues Schmuckstück gefertigt werden kann, zum Beispiel eine Kette mit komplexem Flechtmuster.
