Vielversprechende Münzen erkennen und halten: Ein Leitfaden für Sammler - AUCBURG | AUCBURG
Vielversprechende Münzen erkennen und halten: Ein Leitfaden für Sammler
Beim Aufbau einer numismatischen Sammlung übersehen viele Investoren und Sammler die Preisdynamik von Münzen in den letzten 5–10 Jahren. Dabei hilft gerade die Analyse dieser Dynamik, wirklich vielversprechende Exemplare zu identifizieren. In jedem Sammelgebiet gibt es seltene und interessante Stücke, seien es Münzen aus dem zaristischen Russland, der Sowjetzeit, der Lateinischen Münzunion oder amerikanische Gedenkprägungen.
Zwei Hauptkriterien für die Auswahl einer vielversprechenden Münze
Kriterium
Beschreibung
Seltenheit
Die allgemeine Seltenheit der Münze, ihrer Variante oder eines bestimmten Prägejahres. Je seltener ein Exemplar ist, desto höher ist sein potenzieller Wert.
Erhaltungsgrad
Der Zustand der Münze. Selbst eine häufig vorkommende Münze kann selten und teuer werden, wenn sie in perfektem (Stempelglanz) Zustand erhalten ist, während die meisten ähnlichen Stücke auf dem Markt Umlaufspuren aufweisen.
Beim Aufbau einer numismatischen Sammlung übersehen viele Investoren und Sammler die Preisdynamik von Münzen in den letzten 5–10 Jahren. Dabei hilft gerade die Analyse dieser Dynamik, wirklich vielversprechende Exemplare zu identifizieren. In jedem Sammelgebiet gibt es seltene und interessante Stücke, seien es Münzen aus dem zaristischen Russland, der Sowjetzeit, der Lateinischen Münzunion oder amerikanische Gedenkprägungen.
Um zu lernen, solche Münzen zu erkennen, muss man sich an zwei Schlüsselkriterien orientieren. Diese Prinzipien helfen dabei, gewöhnliches numismatisches Material von wirklich wertvollen Exemplaren mit hohem Wertsteigerungspotenzial zu unterscheiden.
Eine Münze in perfektem Erhaltungsgrad, für die es auf dem Markt praktisch keine Entsprechungen gibt, ist ein wertvolles Gut. Es ist nicht immer ratsam, ein solches Exemplar zu verkaufen, selbst zu einem hohen Preis, da sein Wert im Laufe der Zeit erheblich steigen kann.
Häufige Münzen und ihre seltenen Gegenstücke
Auf dem numismatischen Markt findet man oft Standard-Goldmünzen, die Sammler als Investition erwerben. Dazu gehören zum Beispiel die britischen Sovereigns. Ein Sovereign mit dem Porträt von Elisabeth II. (917er Feinheit, Gewicht ca. 8 g) ist eine sehr verbreitete Münze. Sovereigns mit Georg V. in Stempelglanz sind seltener, aber immer noch erhältlich.
Auch unter den Münzen des zaristischen Russlands gibt es beliebte, aber nicht besonders seltene Exemplare, wie zum Beispiel die 7,5-Rubel-Münze von 1897. Doch selbst bei solchen Münzen gibt es seltene Varianten. Ein Beispiel ist dieselbe 7,5-Rubel-Münze, aber mit einem breiten Rand. Diese Variante ist 20- bis 30-mal seltener als die gewöhnliche.
Bei der Wahl zwischen zwei Münzen – einer gewöhnlichen in besserem Zustand und einer seltenen Variante in etwas schlechterem Zustand – sollte man immer der Seltenheit den Vorzug geben. Steht man beispielsweise vor der Wahl zwischen einer gewöhnlichen Münze im Zustand MS (Mint State) und einer seltenen Variante im Zustand AU (About Uncirculated), ist die zweite die rentablere Investition.
Häufige Münzen und ihre seltenen Gegenstücke
Große Münzen: Nicht alle „Unzenmünzen“ sind gleich
Auch unter den großen Goldmünzen, deren Gewicht nahe einer Unze liegt, gibt es Spitzenreiter in Bezug auf Häufigkeit und Seltenheit. Die amerikanischen 20-Dollar-Münzen (Double Eagle), sowohl mit dem Liberty-Kopf als auch im Saint-Gaudens-Design, sind recht häufig. Tausende solcher Münzen wurden von Grading-Unternehmen in hohen Erhaltungsgraden bewertet.
Als Alternative kann man die französische 100-Francs-Goldmünze von 1908 betrachten, die als „Engel“ bekannt ist. Diese Münze war, im Gegensatz zu ihren amerikanischen Pendants, aktiv im Umlauf. Sie hat ein Gewicht von 32,26 Gramm und besteht aus 900er Gold.
Die Seltenheit dieser Münze wird durch die Statistiken der Grading-Unternehmen bestätigt. Zum Beispiel wurden nur 21 solcher Münzen im Zustand MS62 bewertet, und 32 in höherer Qualität. Zum Vergleich: Die Anzahl der bewerteten amerikanischen „Double Eagles“ geht in die Tausende. Der Wert eines „Engels“ in diesem Zustand auf dem ukrainischen Markt liegt bei etwa 2500-2700 Dollar.
Große Münzen: Nicht alle „Unzenmünzen“ sind gleich
Polnische Münzen: Wenn der Erhaltungsgrad alles entscheidet
Ein Beispiel dafür, wie der Erhaltungsgrad den Wert beeinflusst, sind die Silbermünzen der Zweiten Polnischen Republik. Münzen mit den Nennwerten 2 und 5 Złoty mit dem „Polonia-Kopf“ oder 10 Złoty mit Piłsudski sind sehr oft in stark abgenutztem Zustand zu finden. Sie in Stempelglanz zu finden, ist eine große Seltenheit.
Ein wichtiger Indikator für den Erhaltungsgrad bei „Polonia“-Münzen ist ein Detail im Kranz, das als „Koniczynka“ (Kleeblatt) bekannt ist. Wenn die Blätter darauf abgerieben sind, war die Münze lange im Umlauf. Selbst wenn die Vorderseite der Münze den Zustand AU hat, kann die Rückseite mit gut erhaltenen Strahlen und Glanz nahe an MS sein, was ihren Wert erheblich steigert.
Die Nachfrage nach polnischen Münzen in hoher Qualität ist in Europa besonders groß. Zum Beispiel kann eine 2-Złoty-„Polonia“-Münze in Stempelglanz, die in der Ukraine für 12 Dollar gekauft wurde, in Polen 150-200 Złoty (etwa 40-50 Dollar) kosten. Dies schafft einen Markt, auf dem solche Münzen aktiv für den Weiterverkauf in Europa aufgekauft werden.
Polnische Münzen: Wenn der Erhaltungsgrad alles entscheidet
Beispiele aus der Praxis: Deutsche Mark und zaristische Poltinniks
Die Praxis zeigt, dass Investitionen in seltene Varianten und Münzen in außergewöhnlichem Zustand die höchste Rendite bringen. Zum Beispiel ist ein Poltinnik von 1895 mit breitem Rand, der 2012 für 100 Dollar gekauft wurde, heute etwa 400 Dollar wert, was einer Vervierfachung entspricht. Ein gewöhnlicher Poltinnik hätte sich im gleichen Zeitraum höchstens verdoppelt.
Ein weiteres Beispiel sind deutsche Münzen. Preußische Mark-Münzen sind weit verbreitet, aber ihr Wert hängt stark von der Münzstätte ab. In Berlin (A) oder Hannover (B) geprägte Münzen sind häufig, während Münzen aus Frankfurt (C), Hamburg (J) und anderen Münzstätten weitaus seltener sind.
Der deutliche Unterschied wird beim Vergleich zweier 5-Mark-Münzen mit Wilhelm I. sichtbar. Eine Münze von 1876 der Münzstätte „A“ in gutem Zustand kostet 150-180 Euro. Eine Münze in ähnlichem Zustand, aber von 1875 und der seltenen Münzstätte „C“, wird bereits auf 1500-2000 Euro geschätzt.
Beispiele aus der Praxis: Deutsche Mark und zaristische Poltinniks
Sechs Regeln für den Kauf einer vielversprechenden Münze
Um eine wertvolle und vielversprechende Sammlung aufzubauen, sollte man sich an einige einfache, aber effektive Regeln halten. Sie helfen, häufige Fehler zu vermeiden und die richtige Wahl zu treffen.
Jagen Sie nicht beliebten Trends hinterher. Kaufen Sie nicht, was alle kaufen. Dies führt oft dazu, dass man für nicht besonders vielversprechende Exemplare zu viel bezahlt.
Wählen Sie ein enges Sammelgebiet. Werden Sie zum Experten in einem bestimmten Bereich – seien es Münzen eines bestimmten Landes, einer Epoche oder sogar einer einzigen Stadt. Tiefgehendes Wissen ermöglicht es Ihnen, wahre Schätze zu finden.
Studieren Sie Ihr Thema. Lesen Sie Kataloge, Foren, schauen Sie Videos. Ihr Ziel ist es, mehr über die ausgewählten Münzen zu wissen als der Verkäufer. Das hilft Ihnen, seltene Varianten zu erkennen und nicht zu viel zu bezahlen.
Geben Sie Seltenheit und Erhaltungsgrad den Vorzug. Eine seltene Münze in gutem Zustand wird immer ein wertvolleres Gut sein als eine häufige, selbst wenn diese in perfektem Zustand ist.
Kaufen Sie langfristig. Numismatik ist keine Methode für schnelles Geld. Rechnen Sie damit, die Münzen 5, 10 oder sogar 15 Jahre lang zu halten.
Finden Sie die Balance. Zahlen Sie auch für eine seltene Münze nicht zu viel. Marktkenntnisse helfen Ihnen, einen angemessenen Preis zu bestimmen und günstige Angebote zu finden.
Sechs Regeln für den Kauf einer vielversprechenden Münze
Spezialisierung als Schlüssel zum Erfolg
Einer der effektivsten Ansätze beim Sammeln ist die enge Spezialisierung. Anstatt zu versuchen, alles Mögliche zu sammeln, ist es besser, sich auf ein Gebiet zu konzentrieren. Es gibt Sammler, die 40 Jahre lang nur Taler einer einzigen deutschen Stadt sammeln und am Ende die weltbeste Sammlung zu diesem Thema besitzen.
Dieses Prinzip ist auf jedes Sammelgebiet anwendbar. Beispielsweise umfasst die Serie der US-Gedenkmünzen 144 Typen. Anstatt zu versuchen, sie alle zu sammeln, kann man sich auf die seltensten oder die vom Design her schönsten konzentrieren. So ist der „Lafayette“-Dollar von 1900 ein seltener Typ, und der „Oregon Trail“-Halbdollar von 1936 wird für sein kunstvolles Design geschätzt.
Genau dieser Ansatz ermöglicht es, das Budget nicht zu zerstreuen, sondern gezielt eine Sammlung aufzubauen, die mit der Zeit nur an Wert gewinnen wird. Die Hauptsache ist, seine Nische zu finden, sie zu studieren und geduldig nach jenen „Diamanten“ zu suchen, die andere vielleicht übersehen.