„Spekulationsblase“ in der russischen Numismatik: Mythos oder Realität?
In letzter Zeit ist auf dem Markt für russische Numismatik ein erheblicher Preisanstieg zu beobachten, was bei einigen Sammlern die Befürchtung einer „Spekulationsblase“ aufkommen lässt. Nach der Beobachtung einer weiteren Auktion, bei der die Preise hohe Niveaus erreichten, stellt sich die Frage: Was wird mit den Sammlungen geschehen, wenn diese vermeintliche Blase platzt?

Befürchtungen über eine "Spekulationsblase" auf dem Numismatikmarkt
In letzter Zeit ist auf dem Markt für russische Numismatik ein erheblicher Preisanstieg zu beobachten, was bei einigen Sammlern die Befürchtung einer "Spekulationsblase" aufkommen lässt. Nach der Beobachtung einer weiteren Auktion, bei der die Preise hohe Niveaus erreichten, stellt sich die Frage: Was wird mit den Sammlungen geschehen, wenn diese vermeintliche Blase platzt?
Viele glauben, dass die Preise überhöht sind und ein exzessiv hohes Niveau erreicht haben. Das regt zum Nachdenken über die Zukunft des Sammelns als Hobby an. Mit jedem Jahr wird es aufgrund der steigenden Kosten immer schwieriger, neue Exemplare zur Ergänzung der Sammlung zu erwerben.
Von europäischen Münzen zur russischen Numismatik: der Weg eines Sammlers
Die ernsthafte Beschäftigung mit dem Sammeln russischer Münzen begann im Jahr 2014. Davor lag der Fokus auf 2-Euro-Gedenkmünzen. Die Sammlung umfasste etwa 300 Exemplare, darunter seltene Münzen aus Monaco, dem Vatikan und Andorra.
Mit der Zeit kam die Erkenntnis, dass diese Richtung nicht passte, und die gesamte europäische Sammlung wurde verkauft. Die Einnahmen dienten als Startkapital für ein neues Hobby – die russische Numismatik. Anfangs wurden die Münzen auf Flohmärkten erworben, oft in schlechtem Zustand, was das Erlernen von Reinigungs- und Restaurierungstechniken erforderte.

Rubel "300 Jahre Haus Romanow": von 150 auf 800 Euro
Eine der ersten bedeutenden Anschaffungen war der Rubel von 1913 "300 Jahre Haus Romanow". Diese Münze, die in einem Numismatikgeschäft in Stuttgart gekauft wurde, war eine Art Eintritt in die Welt der russischen Numismatik.
Im Jahr 2014 betrug ihr Wert 150 Euro, was damals als hoher Preis galt. Später wurde die Münze zum Grading geschickt und erhielt die Bewertung MS 62. Heute wird ihr Marktwert auf 700-800 Euro geschätzt, mit einer Prognose für weiteres Wachstum.

Wie sich der Wert von sowjetischen Münzen verändert hat
| Münze | Grad | Kaufpreis (ca.) | Aktueller Preis (ca.) |
| Rubel 1921 | MS 64 | ~100 Euro | > 1000 Euro |
| Rubel 1922 | MS 62 | 350 Euro | 2000-3000 Euro |
| 25 Kopeken 1896 | MS 62 | 150 Euro | ~1000 Euro |
| Poltina 1857 | MS 63 | < 300 Euro | 4-5 mal teurer |
| 150 Rubel (Platin) 1978 | MS 69 | > 600 Euro | > 2000 Euro |
Der Preisanstieg wird auch bei sowjetischen Münzen deutlich. Einst konnte man einen Rubel von 1921 in ausgezeichnetem Zustand für 100 Euro oder weniger kaufen. Heute kostet ein Exemplar mit dem Grad MS 64 bereits über 1000 Euro, und bei MS 65 kann der Preis 2000-3000 Euro erreichen.
Noch aufschlussreicher ist das Beispiel des Rubels von 1922, der sich von einer gewöhnlichen Münze zu einer Rarität entwickelt hat. Ein Exemplar mit dem Grad MS 62, das vor einigen Jahren auf einer Auktion für 350 Euro erworben wurde, wird heute auf 2000-3000 Euro geschätzt. Dieser Kauf war dank eines qualitativ schlechten Fotos im Katalog möglich, das wahrscheinlich andere Bieter abschreckte.

Wachstumsfaktoren: Warum die Preise für seltene Münzen weiter steigen werden
Entgegen den Befürchtungen gibt es auf dem Numismatikmarkt keine "Spekulationsblase" im klassischen Sinne. Eine Blase entsteht, wenn ein Hersteller den Markt als Reaktion auf eine hohe Nachfrage mit Waren sättigen kann. Im Fall von alten Münzen ist dies unmöglich – ihre Anzahl ist begrenzt und sie werden nicht mehr hergestellt.
Gleichzeitig wächst die Zahl derjenigen, die seltene Münzen erwerben möchten, stetig. Auf den Markt kommen nicht nur Sammler, sondern auch Investoren mit großem Kapital, die die Numismatik als eine Möglichkeit zur Werterhaltung betrachten. Sie erwerben Exemplare im besten Zustand, woraufhin diese Münzen für lange Zeit in privaten Sammlungen und Tresoren verbleiben und dem Markt "entzogen" werden.
Somit verringert sich das Angebot, während die Nachfrage steigt, was unweigerlich zu einem weiteren Preisanstieg führt. Dieser Prozess ist unumkehrbar, und die Investition in hochwertige numismatische Vermögenswerte, seien es russische Münzen oder Münzen anderer Länder in hoher Erhaltung, bleibt eine zuverlässige Methode zum Kapitalerhalt.
