Investitionen in historische Waffen: Ein Leitfaden für Sammler - AUCBURG | AUCBURG
Investitionen in historische Waffen: Ein Leitfaden für Sammler
Der Beginn einer Leidenschaft für antike Waffen ist oft mit einer persönlichen Geschichte verbunden. Der Ausgangspunkt für eine große Sammlung kann beispielsweise ein usbekisches Messer 'Pchak' sein, das der Vater 1974 anlässlich der Einschulung schenkte. Ein solcher Gegenstand, erhalten während einer Reise in die Stadt Osch in Kirgisistan im Ferghanatal, wird nicht nur zu einem Ding, sondern zu einem Symbol.
Eine persönliche Geschichte: Wie ein einziges Messer den Grundstein für eine Sammlung legte
Der Beginn einer Leidenschaft für antike Waffen ist oft mit einer persönlichen Geschichte verbunden. Der Ausgangspunkt für eine große Sammlung kann beispielsweise ein usbekisches Messer 'Pchak' sein, das der Vater 1974 anlässlich der Einschulung schenkte. Ein solcher Gegenstand, erhalten während einer Reise in die Stadt Osch in Kirgisistan im Ferghanatal, wird nicht nur zu einem Ding, sondern zu einem Symbol.
Obwohl das Pchak im Grunde eher ein Küchenmesser zum Schneiden von Gemüse als eine Kampfwaffe ist (aufgrund des verlagerten Schwerpunkts und des störenden 'Absatzes'), kann seine symbolische Bedeutung enorm sein. Genau ein solcher persönlicher Gegenstand, der zum ersten Stück der Sammlung wurde, kann den Anstoß für eine jahrelange Leidenschaft für das Sammeln historischer Waffen geben.
Verlorene Schätze: Die Geschichte der Zerstörung historischer Waffen
Die Geschichte kennt viele Fälle des unwiederbringlichen Verlusts wertvoller Artefakte. Eine solche Episode ereignete sich in Bergkarabach, wo während eines Einsatzes Waffen von der lokalen Bevölkerung zur anschließenden Vernichtung beschlagnahmt wurden.
Neben dem Hauptquartier, das sich im Gebäude der DOSAAF-Schule befand, wurde ein ganzer Berg konfiszierter Waffen gesammelt. Leider wurden zusammen mit modernen Exemplaren auch zahlreiche historische Schätze beschlagnahmt, die nach heutigen Maßstäben ein Vermögen wert wären. Darunter befanden sich kaukasische Dolche, alte Musketen und Flinten.
Anschließend wurde all dies auf barbarische Weise vernichtet – ein T-55-Panzer fuhr mehrmals über den Waffen-Berg. Dieser Fall zeigt anschaulich, wie viele einzigartige historische Gegenstände durch mangelndes Verständnis für ihren kulturellen Wert unwiederbringlich verloren gehen können.
Verlorene Schätze: Die Geschichte der Zerstörung historischer Waffen
Zur Systematisierung und zum Verständnis des Marktes lassen sich historische Waffen grob in mehrere Hauptarten und Kategorien einteilen. Eine solche Klassifizierung hilft Investoren und Sammlern, sich in der Vielfalt der Objekte besser zurechtzufinden.
Die Hauptunterscheidung erfolgt zwischen Feuerwaffen und Blankwaffen, von denen jede ihre eigenen Unterkategorien hat.
Darüber hinaus können Waffen nach anderen Merkmalen klassifiziert werden: nach Herstellern, Herkunftsländern oder ihrem direkten Verwendungszweck. Diese Vielfalt ermöglicht es Sammlern, enge und für sie interessante Nischen für Investitionen zu wählen.
Klassifizierung antiker Waffen
Der Schlüsselfaktor für Investitionen: der Zustand des Objekts
Beim Investieren in antike Waffen, besonders wenn man sich nicht auf ein enges Thema (wie den Kaukasus oder das Dritte Reich) spezialisiert, ist die wichtigste Regel, Exemplare in sehr gutem Erhaltungszustand zu kaufen. Gerade der Zustand des Objekts spielt eine entscheidende Rolle für seine zukünftige Liquidität und Wertsteigerung.
Als Beispiel für eine erfolgreiche Investition kann ein Bebut-Dolch genannt werden, der auf einer Auktion für 280 Euro erworben wurde. Dieses Exemplar aus der Slatoust-Fertigung von 1914 ist in ausgezeichnetem Zustand: Auf Klinge und Scheide befinden sich Abnahmestempel, und sogar der originale Faustriemen ist erhalten. Eine solche Ordonnanzwaffe für den Mannschafts- und Unteroffiziersdienstgrad der Artillerie und Gendarmerie ist dank ihres Erhaltungszustands eine lohnende Investition.
Im Gegensatz dazu ist ein preußischer Pallasch aus dem späten 19. Jahrhundert, der für 80 Euro erworben wurde, in schlechtem Zustand – er ist stark von Rost befallen, und der Herstellerstempel ist nicht lesbar. Ein solcher Kauf wird bestenfalls nur die investierten Mittel zurückbringen, aber keinen Gewinn erzielen. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, Objekte im bestmöglichen Zustand auszuwählen.
Der Schlüsselfaktor für Investitionen: der Zustand des Objekts
Wertermittlung und die Rolle der Provenienz
Es gibt keinen einheitlichen Katalog mit festen Preisen für antike Waffen. Der Wert bildet sich auf der Grundlage der Ergebnisse vergangener Auktionen und der Preise auf Waffenmessen. Indem man die Gebote in chronologischer Reihenfolge beobachtet, kann man eine ungefähre Preisspanne für standardmäßige, in Massenproduktion hergestellte Modelle bestimmen.
Ganz anders verhält es sich mit einzigartigen Einzelstücken. Waffen mit geschnitztem Schaft, Silberbeschlägen, Vergoldungen oder Widmungsinschriften werden chaotisch bewertet, und ihr Preis hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. In solchen Fällen kann der Wert unvorhersehbar sein.
Einen besonderen Wert verleiht dem Objekt die Provenienz – seine Geschichte. Wenn der Waffe begleitende Dokumente wie Verleihungsurkunden, Auszüge aus Befehlen, historische Fotografien oder Postkarten beiliegen, steigen ihre Attraktivität als Investition und ihr Wert erheblich.
Wertermittlung und die Rolle der Provenienz
Militäruniformen und -ausrüstung als Sammlerstücke
Neben den Waffen selbst sind auch Militäruniformen und -ausrüstung für Sammler und Investoren von großem Interesse. Manchmal tauchen auf Auktionen äußerst seltene und historisch bedeutsame Lose auf. Zum Beispiel die Uniformen der Kosakentruppen, die während des Zweiten Weltkriegs in der Wehrmacht und der SS dienten. Diese Freiwilligenverbände hatten ihre eigene spezielle Uniform.
Auf einer Auktion wurde die Uniform eines Generals der Kosakentruppen der Wehrmacht sowie die Uniform eines Obersts mit einer Kubanka präsentiert. In den Katalogen finden sich Uniformen von Hauptleuten und Jessauls der Terek-, Kuban- und Sibirischen Kosakeneinheiten. Obwohl dies eine 'schwarze Seite' der Geschichte ist, haben solche Objekte einen hohen Sammlerwert.
Neben Uniformen werden auch andere Gegenstände geschätzt, die mit der Militärgeschichte verbunden sind. Zum Beispiel das Propagandaporzellan der Firma 'Allach', die der SS gehörte. Die Erzeugnisse dieser Manufaktur zeichnen sich durch höchste Qualität und Detailgenauigkeit aus, was sie bei Sammlern begehrt macht.
Militäruniformen und -ausrüstung als Sammlerstücke
Rechtliche Aspekte des Waffensammelns
Region
Rechtliche Besonderheiten
Deutschland
Für das Sammeln und den Handel mit historischen Waffen sind keine speziellen Genehmigungen (Waffenschein, Waffenbesitzkarte) erforderlich.
GUS-Staaten
Sammler befinden sich in einer Hochrisikozone. Es sind Fälle der Beschlagnahmung großer Sammlungen bekannt (z. B. in Saporischschja und Kasan), und die Besitzer müssen um ihre Rückgabe kämpfen.
Die Gesetzgebung im Bereich des Sammelns historischer Waffen variiert je nach Land stark. Dieser Faktor muss berücksichtigt werden, da er sich direkt auf die Risiken und die Rechtmäßigkeit des Besitzes einer Sammlung auswirkt.
In einigen Ländern sind die Bedingungen für Sammler liberaler, während in anderen erhebliche Einschränkungen bestehen.
Daher ist es unerlässlich, vor einer Investition in historische Waffen die rechtlichen Rahmenbedingungen des eigenen Landes sorgfältig zu prüfen. In den GUS-Staaten sind Sammler und Investoren in diesem Bereich mit erheblichen rechtlichen Risiken konfrontiert.