Bestimmung der Echtheit von Bernstein: Prüfmethoden und Merkmale von Fälschungen
Der erste Schritt zur Bestimmung der Echtheit von Bernstein beginnt mit einer einfachen visuellen und taktilen Analyse. Echter Bernstein, als versteinertes Harz, besitzt einzigartige Eigenschaften. Er ist sehr leicht, was ihn sofort von Glas- oder Steinimitationen unterscheidet, die bei gleichem Volumen deutlich schwerer sind.

Erste Begutachtung: Visuelle und taktile Merkmale
Der erste Schritt zur Bestimmung der Echtheit von Bernstein beginnt mit einer einfachen visuellen und taktilen Analyse. Echter Bernstein, als versteinertes Harz, besitzt einzigartige Eigenschaften. Er ist sehr leicht, was ihn sofort von Glas- oder Steinimitationen unterscheidet, die bei gleichem Volumen deutlich schwerer sind.
Bei Berührung fühlt sich natürlicher Bernstein warm an, da er ein schlechter Wärmeleiter ist. Hält man ihn in der Hand, nimmt er schnell die Körpertemperatur an. Glas oder Kunststoff hingegen bleiben kühl. Man sollte auch auf die innere Struktur achten: In einem Naturstein sind oft kleine Unvollkommenheiten, Luftbläschen oder sogar urzeitliche Einschlüsse (Inklusen) zu erkennen, während Fälschungen oft zu perfekt und homogen aussehen.
Bernstein zu Hause prüfen: Einfache und sichere Tests
Es gibt mehrere zuverlässige Methoden, um Bernstein zu Hause zu prüfen, ohne ihn zu beschädigen. Der bekannteste ist der Salzwassertest. Echter Bernstein hat eine geringe Dichte, weshalb er in einer konzentrierten Salzlösung schwimmt, während die meisten Imitationen aus Kunststoff, Glas oder Epoxidharz untergehen.
- Füllen Sie ein Glas mit warmem Wasser.
- Lösen Sie eine große Menge Salz darin auf (ca. 8-10 Teelöffel pro Glas), bis sich das Salz nicht mehr löst.
- Legen Sie das Prüfstück in die Lösung. Echter Bernstein bleibt an der Oberfläche oder schwebt im Wasser.
- Spülen Sie den Stein nach der Prüfung unbedingt mit klarem Süßwasser ab und trocknen Sie ihn gut ab.
Eine weitere sichere Methode ist die Prüfung mit statischer Elektrizität. Wenn man echten Bernstein intensiv an einem Woll- oder Seidenstoff reibt, lädt er sich elektrisch auf und zieht kleine Papierschnipsel oder Haare an. Die meisten Kunststofffälschungen haben diese Eigenschaft nicht oder laden sich deutlich schwächer auf.

Instrumentelle Methoden: Der Ultraviolett-Test
Eine der zuverlässigsten und aussagekräftigsten Methoden zur Echtheitsprüfung von Bernstein ist die Verwendung einer Ultraviolettlampe. Unter UV-Strahlen beginnt echter Bernstein zu leuchten, also zu fluoreszieren. Die Art und Farbe des Leuchtens können viel über die Herkunft und Echtheit des Steins aussagen.
Natürlicher baltischer Bernstein zeigt meist ein bläuliches oder grünlich-gelbes Leuchten. Die Intensität kann je nach Transparenz und Farbe des Steins variieren: undurchsichtige Exemplare leuchten heller. Es ist wichtig zu beachten, dass eine Verwitterungskruste die Farbe der Fluoreszenz abschwächen oder verändern kann.
Die meisten Imitationen verhalten sich unter ultraviolettem Licht anders. Kunststoffe und Epoxidharze leuchten entweder gar nicht oder zeigen ein schwaches Leuchten in unnatürlichen Farbtönen. Kopal, ein junges fossiles Harz, das oft für Bernstein ausgegeben wird, leuchtet unter einer UV-Lampe nur sehr schwach, meist in einer weißlichen Farbe. Diese Methode ermöglicht es, grobe Fälschungen schnell auszusortieren.

Destruktive Methoden: Wenn das Risiko gerechtfertigt ist
Es gibt auch sogenannte destruktive Methoden, die das Prüfstück beschädigen können. Daher sollten sie nur mit großer Vorsicht und an unauffälligen Stellen des Objekts angewendet werden. Zu diesen Methoden gehört der Heißnadeltest. Die Spitze einer glühenden Nadel wird an die Oberfläche des Steins gehalten.
Echter Bernstein beginnt bei Kontakt mit der heißen Nadel zu schmelzen und verströmt einen charakteristischen angenehmen Geruch, der an Kiefernharz oder Kolophonium erinnert. Kunststoffimitationen schmelzen schneller und geben einen beißenden chemischen Geruch ab. Bakelit schmilzt nicht, sondern verkohlt und riecht nach Karbol. Diese Methode erfordert Erfahrung, da sie eine kleine Spur auf dem Objekt hinterlässt.
Eine andere Methode ist der Test mit einem Lösungsmittel wie Aceton oder Alkohol. Ein Tropfen des Lösungsmittels wird auf eine unauffällige Stelle aufgetragen. Die Oberfläche von echtem Bernstein bleibt unverändert. Viele Fälschungen hingegen, insbesondere aus gepresstem Bernstein (Ambroid) oder Kopal, werden klebrig und verlieren ihren Glanz. Auch diese Methode sollte mit Vorsicht angewendet werden, um das Aussehen des Objekts nicht zu beeinträchtigen.

Hauptarten von Fälschungen und ihre Merkmale
| Imitation | Hauptmerkmale und Prüfmethoden |
| Glas | Schwer, fühlt sich kalt an, lässt sich nicht zerkratzen, sinkt in Salzwasser, lädt sich nicht elektrisch auf. |
| Kunststoff (Bakelit, Polystyrol) | Hat eine homogene Struktur, verströmt beim Erhitzen einen chemischen Geruch, sinkt in Salzwasser, fluoresziert möglicherweise nicht unter UV-Licht. |
| Kopal | Junges Harz. Wird durch einen Tropfen Alkohol oder Aceton klebrig, schmilzt bei niedrigerer Temperatur, leuchtet schwach unter UV-Licht. |
| Ambroid (gepresster Bernstein) | Hergestellt aus Bernsteinstaub. Hat eine trübe, ungleichmäßige Struktur mit sichtbaren Partikelgrenzen, kann ovale Luftblasen haben (statt runder in natürlichem Bernstein). Fleckige Fluoreszenz unter UV-Licht. |
| Epoxidharz | Enthält oft perfekt erhaltene Insekten, die unnatürlich positioniert sind. Sinkt in Salzwasser, riecht beim Erhitzen nicht nach Harz. |
Der Markt ist mit verschiedenen Bernstein-Imitationen überschwemmt, und es ist wichtig, sie erkennen zu können. Die Kenntnis der Haupttypen von Fälschungen hilft, Fehler beim Kauf zu vermeiden. Die häufigsten Fälschungen werden aus Glas, Kunststoff, verschiedenen Harzen und gepresstem Bernsteinstaub hergestellt.
Jedes Material hat seine charakteristischen Eigenschaften, die mit den oben beschriebenen Tests nachgewiesen werden können. Glas ist beispielsweise leicht an seinem Gewicht und seiner Temperatur zu erkennen, sowie daran, dass es nicht mit einer Nadel zerkratzt werden kann. Kunststoffe verraten sich beim Erhitzen durch einen unangenehmen chemischen Geruch.
