Wie man Münzreinigung von natürlichen Beschädigungen unterscheidet: eine detaillierte Analyse - AUCBURG | AUCBURG
Wie man Münzreinigung von natürlichen Beschädigungen unterscheidet: eine detaillierte Analyse
Für Münzsammler ist es wichtig, zwischen natürlichen Beschädigungen, die bei der Lagerung oder dem Transport entstehen, und Spuren künstlicher Reinigung unterscheiden zu können. Erstere, bekannt als „Bag Marks“, sind das Ergebnis des Kontakts der Münzen untereinander in der Münzprägeanstalt oder in Säcken. Letztere sind das Ergebnis mechanischer Einwirkung, um der Münze Glanz zu verleihen, was ihre Oberfläche unwiderruflich beschädigt.
Einleitung: Beschädigungen durch Lagerung und Spuren von Reinigung
Für Münzsammler ist es wichtig, zwischen natürlichen Beschädigungen, die bei der Lagerung oder dem Transport entstehen, und Spuren künstlicher Reinigung unterscheiden zu können. Erstere, bekannt als „Bag Marks“, sind das Ergebnis des Kontakts der Münzen untereinander in der Münzprägeanstalt oder in Säcken. Letztere sind das Ergebnis mechanischer Einwirkung, um der Münze Glanz zu verleihen, was ihre Oberfläche unwiderruflich beschädigt.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Arten von Defekten beeinflusst den Sammlerwert und den Preis einer Münze erheblich. Selbst Exemplare mit der Bewertung MS63 oder MS64 können Bag Marks aufweisen, aber niemals Spuren von abrasiver Reinigung. Eine visuelle Inspektion unter hellem Licht hilft, die Art der Kratzer zu erkennen und ihren Ursprung zu bestimmen.
Fall 1: Kontaktspuren auf einem Peace-Dollar von 1922
Betrachten wir einen amerikanischen „Peace-Dollar“ von 1922. Auf seinem Feld sind spezifische Beschädigungen sichtbar, die an die Spur eines Reifenprofils erinnern – eine Reihe kleiner, aufeinanderfolgender Kerben. Solche Spuren sind kein Ergebnis einer Reinigung.
Diese Beschädigungen entstehen, wenn der Rand einer anderen Münze auf das Feld trifft und darüber rollt. Dies ist ein typisches Ergebnis der Lagerung und des Transports von Münzen in großen Mengen in Säcken. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass der ursprüngliche Stempelglanz unter diesen Beschädigungen unberührt bleibt.
Solche Defekte gelten als natürlich und für Sammlermünzen akzeptabel, insbesondere für sogenannte „Bullion Coins“ (Anlagemünzen) wie Morgan- und Peace-Dollars. Sie werden nicht als kritischer Mangel angesehen, im Gegensatz zu Spuren einer absichtlichen Reinigung.
Fall 1: Kontaktspuren auf einem Peace-Dollar von 1922
Fall 2: Klassische „Bag Marks“ auf einem Morgan-Dollar von 1884
Ein weiteres Beispiel für natürliche Beschädigungen ist auf einem Morgan-Dollar von 1884 zu sehen. Auf der Wange des Porträts und auf den Feldern der Münze befinden sich zahlreiche kleine Kratzer. Im Gegensatz zu Reinigungsspuren sind diese Kratzer jedoch willkürlich und haben keine einheitliche Richtung.
Solche Beschädigungen werden als „Bag Marks“ bezeichnet und entstehen ebenfalls durch das Zusammenstoßen von Münzen in Säcken. Trotz ihres Vorhandenseins behält die Münze ihren leuchtenden Stempelglanz, was das Fehlen künstlicher Eingriffe bestätigt. Selbst Münzen, die gegradet wurden und eine hohe Bewertung wie MS63 erhalten haben, können solche Spuren aufweisen.
Das Hauptkriterium hier ist die Erhaltung des ursprünglichen Lüsters (Glanz). Wenn unter den Kratzern der native Glanz des Feldes sichtbar ist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Bag Marks und nicht um das Ergebnis einer Reinigung. Obwohl diese Defekte die Münze nicht verschönern, sind sie Teil ihrer „Geschichte“ aus der Münzprägeanstalt.
Fall 2: Klassische „Bag Marks“ auf einem Morgan-Dollar von 1884
Anzeichen für mechanische Reinigung: eine deutsche 3-Mark-Münze
Begriff
Beschreibung
Stempelglanz
Der ursprüngliche Glanz, den eine Münze im Moment der Prägung von einem polierten Stempel erhält.
Bag Marks (Beutelabdrücke)
Willkürliche Kratzer und Dellen, die durch den Kontakt der Münzen untereinander in Säcken während des Transports entstehen.
Mechanische Reinigung (Hairlines)
Gleichgerichtete Kratzer, die von einem abrasiven Material (Tuch, Paste) beim Versuch, der Münze Glanz zu verleihen, hinterlassen wurden.
Ein klares Beispiel für eine beschädigte Münze ist eine deutsche 3-Mark-Münze. Obwohl sie glänzt, ist dieser Glanz nicht natürlich. Bei genauerer Betrachtung unter einem Winkel sind auf der gesamten Oberfläche des Feldes feine, parallele Kratzer sichtbar, die in eine Richtung verlaufen.
Dies ist ein sicheres Zeichen für eine mechanische Reinigung. Solche Spuren, oder „Haarlinienkratzer“ (surface hairlines), entstehen, wenn eine Münze mit einem abrasiven Material, wie zum Beispiel einem Tuch mit Reinigungspaste, gerieben wird. Durch diese Einwirkung wird der ursprüngliche Stempelglanz vollständig zerstört und durch einen künstlichen, „toten“ Glanz ersetzt.
Die Reinigung reduziert den Sammlerwert drastisch. Eine Münze, die in perfektem Zustand 80 bis 200 Dollar wert sein könnte, wird nach einer solchen „Restauration“ auf nicht mehr als 40-50 Dollar geschätzt.
Anzeichen für mechanische Reinigung: eine deutsche 3-Mark-Münze
Wie man eine verdeckte Reinigung erkennt: dänische 2-Kronen-Münze
Nicht immer sind die Spuren einer Reinigung so offensichtlich. Am Beispiel einer dänischen 2-Kronen-Münze von 1930 kann man eine subtilere Arbeit sehen. Die Münze erscheint hell und attraktiv, aber bei Betrachtung unter einem bestimmten Lichtwinkel werden auf ihrer Oberfläche zahlreiche vertikale Kratzer sichtbar, insbesondere im Bereich des Halses von König Christian X. und hinter seinem Nacken.
Diese Kratzer haben, wie im vorherigen Fall, eine einheitliche Richtung, was eindeutig auf eine mechanische Reinigung hinweist. Obwohl sie weniger auffällig sind, zerstört ihre Anwesenheit den Sammlerwert der Münze vollständig. Eine ursprünglich preiswerte Münze im Wert von 12-15 Dollar wird nach der Reinigung nur noch nach dem Gewicht des enthaltenen Silbers bewertet.
Beim Versuch eines Gradings würde eine solche Münze keine numerische Bewertung (z.B. MS63) erhalten, sondern mit dem Vermerk „Details“ und der Spezifizierung „Cleaned“ (Gereinigt) oder „Surface Hairlines“ (Oberflächenkratzer) zurückkommen. Das bedeutet, dass die Münze echt ist, ihre Oberfläche jedoch unwiderruflich beschädigt wurde.
Wie man eine verdeckte Reinigung erkennt: dänische 2-Kronen-Münze
Fazit: Schlüsselunterschiede für eine korrekte Bewertung
Um den Zustand einer Münze korrekt zu bewerten und kein beschädigtes Exemplar zu erwerben, ist es wichtig, sich die wesentlichen Unterschiede zwischen natürlichen Beschädigungen und Reinigungsspuren zu merken. Untersuchen Sie die Münze immer unter einer hellen Lampe und ändern Sie dabei den Neigungswinkel.
Man sollte auf zwei Haupttypen von Defekten achten:
Natürliche Beschädigungen (Bag Marks, Spuren vom Münzrand). Sie sind immer willkürlich, verlaufen in verschiedene Richtungen und zerstören nicht den ursprünglichen Stempelglanz der Münze. Solche Defekte sind normal für Münzen, die lose gelagert wurden, und für Sammler akzeptabel.
Spuren mechanischer Reinigung (Haarlinienkratzer). Dies sind parallele, in eine Richtung verlaufende Kratzer auf den Feldern der Münze. Sie deuten darauf hin, dass die Oberfläche mit einem Abrasivmittel behandelt wurde, wodurch der Stempelglanz zerstört und durch einen künstlichen ersetzt wurde. Solche Münzen verlieren den größten Teil ihres Sammlerwerts.
Fazit: Schlüsselunterschiede für eine korrekte Bewertung