Die Welt der alten Druckgrafik: Stiche und Radierungen als Sammlerstücke - AUCBURG | AUCBURG
Die Welt der alten Druckgrafik: Stiche und Radierungen als Sammlerstücke
In der Welt der alten Druckgrafik gibt es zwei grundlegende Begriffe – den Stich und die Radierung. Obwohl sie ähnlich erscheinen mögen, besteht zwischen ihnen ein wesentlicher Unterschied, der in der Urheberschaft und der Ausführungstechnik liegt. Das Verständnis dieser Nuancen ist der erste Schritt zur Auseinandersetzung mit dieser Kunstform.
Stich und Radierung: Die wesentlichen Unterschiede
Begriff
Beschreibung
Radierung
Ein originales Werk, das direkt vom Künstler selbst geschaffen wurde, oft mit seiner Signatur.
Stich
In der Regel das Werk von zwei oder mehr Personen: dem Künstler, der die Zeichnung anfertigte, und dem Graveur, der sie auf die Druckplatte übertrug. Selten wurden beide Funktionen von einer Person ausgeführt.
In der Welt der alten Druckgrafik gibt es zwei grundlegende Begriffe – den Stich und die Radierung. Obwohl sie ähnlich erscheinen mögen, besteht zwischen ihnen ein wesentlicher Unterschied, der in der Urheberschaft und der Ausführungstechnik liegt. Das Verständnis dieser Nuancen ist der erste Schritt zur Auseinandersetzung mit dieser Kunstform.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Rolle des Künstlers im Schaffensprozess. Die Radierung ist ein rein autorisiertes Werk, bei dem der Künstler das Werk selbstständig schafft, und viele dieser Arbeiten sind vom Künstler signiert. Der Stich hingegen ist meist das Ergebnis der Arbeit mehrerer Personen.
Somit stellt der Stich eine Gemeinschaftsarbeit dar, was ihn von dem persönlicheren und direkteren kreativen Akt der Radierung unterscheidet.
Das Aufkommen der Druckgrafik in Russland
Die Druckgrafik kam relativ spät nach Russland und verbreitete sich nach dem Vaterländischen Krieg von 1812. Ihr Aufkommen war eng mit militärischen Notwendigkeiten und den Auslandfeldzügen der russischen Armee verbunden.
Anfangs wurde die Druckgrafik für rein praktische Zwecke genutzt. Während der Militärkampagnen wurde sie in den Stäben der alliierten Armeen eingesetzt, um wichtige Dokumente schnell zu vervielfältigen.
Vervielfältigung von Dokumenten
Erstellung von Kartenkopien
Druck von Lageplänen
Eine der ersten Druckwerkstätten in Russland entstand um 1816-1817. Sie wurde auf der Grundlage des Generalstabs des Verteidigungsministeriums organisiert, was ihre ursprüngliche militärische und utilitaristische Bedeutung unterstreicht.
Das Aufkommen der Druckgrafik in Russland
Bestimmung von Alter und Wert
Die Technik zur Herstellung von Stichen hat sich im Laufe der Zeit kaum verändert. Die wichtigste Neuerung war die Einführung der Stahlmatrix für den Druck im 19. Jahrhundert, die frühere Holz- und Kupferplatten ersetzte. Diese Änderung ist einer der wenigen Anhaltspunkte für die Datierung.
Das genaue Alter eines Stichs ohne Begleitinformationen zu bestimmen, ist oft sehr schwierig. In solchen Fällen wird das Papier zum wichtigsten Anhaltspunkt. Die Analyse des Papiers ermöglicht es, einen Originaldruck aus dem 17. Jahrhundert von einer späteren Vervielfältigung aus dem 19. Jahrhundert oder sogar von einem modernen Abzug von einer alten Druckplatte zu unterscheiden.
Urheberschaft: Name des Künstlers und des Graveurs.
Auflage: Anzahl der angefertigten Abzüge.
Sujet: die dargestellte Szene oder das Motiv.
Zustand: Erhaltung des Blattes und des Drucks.
Seltenheit und historische Bedeutung.
Bestimmung von Alter und Wert
Sujets und ihr historischer Kontext
Jeder alte Stich ist nicht nur ein Bild, sondern auch ein Informationsträger seiner Epoche. Die Sujets spiegeln oft historische Ereignisse, Kultur und das Alltagsleben der Vergangenheit wider. Zum Beispiel illustriert der Stich „Türkisches Café in Rustschuk“ (eine Stadt in Bulgarien) einen wichtigen Teil der osmanischen Kultur.
Der Kaffee gelangte im 16. Jahrhundert aus Persien in die Türkei und wurde schnell zu einem Symbol der Gastfreundschaft und des gesellschaftlichen Lebens. Später, während der Kriege, verbreitete sich die Kaffeekultur nach Europa und Russland. So hielt der Stich nicht nur eine Alltagsszene, sondern eine ganze Kulturschicht fest.
Ein weiteres Beispiel ist ein Stich, der das Schloss Abbotsford im Süden Schottlands darstellt. Dieses Schloss wurde von dem berühmten Schriftsteller und Dichter Walter Scott nach seinem eigenen Entwurf erbaut. Heute befindet sich dort sein Museum. Es ist erwähnenswert, dass die Künstler jener Zeit ihre eigenen Korrekturen am Bild vornehmen konnten, sodass das Sujet leicht verfälscht sein konnte.
Sujets und ihr historischer Kontext
Sammlerwert und Meister
Die in der Sammlung vorgestellten Werke stammen von englischen Meistern des 19. Jahrhunderts wie Henry Bartlett und Bentley, die sowohl Künstler als auch Graveure waren. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch einen lakonischen Stil sowie eine detaillierte Ausarbeitung von Raum und Szenen aus, was sie zu einer Art „Fotografien der Vergangenheit“ macht.
Alte Druckgrafik ist ein unterschätzter Bereich für Sammler und Investoren. Dieses Marktsegment ermöglicht es immer noch, wertvolle Kunstwerke relativ günstig zu erwerben, wobei ihr Wachstumspotenzial hoch ist. Der Wert eines Stichs steigt, wenn er Teil eines Geschenks war und auf der Rückseite eine Widmung trägt, was ihm biografische und historische Informationen hinzufügt.
Schlacht- und brutale Szenen.
Darstellungen berühmter Städte (Rom, Vatikan).
Porträts historischer Persönlichkeiten.
Biblische Szenen, je nach Künstler.
Abbildungen von Waffen.
Der Sammlerwert steigt erheblich, wenn der Stich ein real existierendes Objekt, zum Beispiel eine antike Waffe, ergänzt. Ein solches Tandem ist von besonderem Interesse.