Gold-Anlagemünzen: Antworten auf die wichtigsten Fragen von Einsteigern
Zunächst sollte der Begriff der Bullion- oder Anlagemünze geklärt werden. Dies ist eine einfache Arbeitsdefinition, die Einsteigern bei der Orientierung hilft.

Was ist eine Bullionmünze?
| Begriff | Beschreibung |
| Bullionmünze | Eine im 20. oder 21. Jahrhundert geprägte Münze mit einem Feingehalt von 900 oder höher. |
| Feingehalt 900 | Bedeutet, dass das Produkt zu mindestens 90 % aus reinem Edelmetall (Gold, Silber usw.) besteht. |
Zunächst sollte der Begriff der Bullion- oder Anlagemünze geklärt werden. Dies ist eine einfache Arbeitsdefinition, die Einsteigern bei der Orientierung hilft.
Das Hauptprinzip beim Kauf solcher Münzen besteht darin, den minimalen Preis für die maximale Menge an Gramm, Unzen oder Kilogramm reinen Edelmetalls zu zahlen. Es ist wichtig zu beachten, dass das auf der Münze angegebene Gewicht (z. B. 7,78 g beim „Georg der Siegreiche“) das Gewicht des reinen Goldes und nicht der gesamten Legierung ist. In der Praxis übersteigt das tatsächliche Gewicht der Münze aufgrund von Fertigungstoleranzen immer leicht das angegebene Gewicht.
Das Standard-Set für Anleger
Es gibt ein sogenanntes Referenzset von Bullionmünzen, die von den offiziellen Münzprägeanstalten verschiedener Länder ausgegeben werden. Diese Münzen sind auf dem Weltmarkt am bekanntesten und liquidesten.
- Amerikanische „Eagles“ (Gold und Silber) und „Buffalos“ (Gold).
- Kanadische „Maple Leafs“ (Gold und Silber).
- Österreichische „Philharmoniker“ (Gold und Silber).
- Australische „Kangaroos“ (Gold und Silber).
- Südafrikanische „Krügerrands“ (Gold).
- Chinesische „Pandas“ (Gold und Silber).
- Münzen der britischen Royal Mint.
Das Standardgewicht für die meisten Goldmünzen ist eine Feinunze, obwohl es auch zahlreiche Stückelungen von 1/20 bis 2 Unzen gibt. Für den russischen Markt sind auch die goldenen „Georg der Siegreiche“ mit einem Gewicht von ¼ Unze und die silbernen mit einem Gewicht von einer Unze wichtig. Die meisten Sammlerserien werden heute zum Metallpreis verkauft, eine bemerkenswerte Ausnahme ist die britische Serie „The Queen's Beasts“.

Die Münze „Georg der Siegreiche“: Prägejahr und Flecken
Beim Kauf von Münzen, insbesondere russischen, stellen sich oft Fragen zur Qualität in Abhängigkeit vom Prägejahr. Beispielsweise könnte man in der Bank gefragt werden, welches Jahr des „Georg der Siegreiche“ Sie wünschen, was auf Unterschiede in Qualität und Liquidität hindeutet.
Tatsächlich gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Prägejahren des „Georg der Siegreiche“. Unter „Qualität“ versteht man meist das Vorhandensein von Flecken – ein Produktionsfehler, der bei russischen Münzen häufig auftritt. Diese Flecken machen die Münze nicht zu einer Fälschung und verursachen keine Probleme beim späteren Verkauf. Darüber hinaus können sie abgewaschen werden, wozu es viele Informationen im Internet gibt.

Benötigt eine Münze ein Zertifikat?
Viele Anfänger sind besorgt, wenn einer Münze kein Zertifikat beiliegt. Bei Bullionmünzen ist dies jedoch eine völlig normale Praxis.
Anlagemünzen sind gesetzliche Zahlungsmittel und haben in der Regel einen Nennwert. Beim goldenen „Georg der Siegreiche“ beträgt dieser beispielsweise 50 Rubel. Theoretisch könnte man mit dieser Münze in einem Geschäft bezahlen. Daher werden für solche Münzen keine Zertifikate ausgestellt, genauso wenig wie für eine gewöhnliche Banknote, zum Beispiel einen 5000-Rubel-Schein.

Unterschied zwischen beliebten Münzen: Eagle gegen Philharmoniker
Oft vergleichen Anleger verschiedene Münzen, um die „beste“ zu finden. Warum kann beispielsweise ein amerikanischer „Eagle“ mit einem Feingehalt von 916,7 teurer sein als ein österreichischer „Philharmoniker“ mit einem Feingehalt von 999,9? Die Antwort liegt nicht in der Qualität, sondern in den Marktbesonderheiten.
Der „Eagle“ ist in keiner Weise besser als der „Philharmoniker“. Seine Beliebtheit und der höhere Preis in Russland erklären sich durch Geografie und Logistik – die Münze wird von weit her transportiert. In Amerika ist sie beliebt, weil sie ein lokales Produkt ist. In Europa wiederum erfreut sich der „Philharmoniker“ größerer Beliebtheit. Aus Anlegersicht sind diese Münzen absolut identisch; ihr Wert wird ausschließlich durch den reinen Goldgehalt bestimmt, und der einzige Unterschied liegt im Design.

Liquidität in einer Notsituation
Eine der häufigsten Befürchtungen ist die geringe Liquidität von Münzen in „Kriegszeiten“ oder anderen Notsituationen. Es wird angenommen, dass es einfacher sei, kleine Schmuckstücke einzutauschen als eine ganze Münze. In Wirklichkeit ist dieses Problem weit hergeholt.
In jeder kritischen Situation wird in der Stadt mindestens ein Pfandleihhaus geöffnet sein. Wenn es notwendig ist, Gold dringend gegen Lebensmittel einzutauschen, kann man die Münze einfach mit einem Hammer deformieren, sie in Schrott verwandeln und nach Gewicht abgeben. Damit wird es keine Probleme geben. Gold in jeder Form erfüllt seine Rolle als Absicherung. Wenn die Teilbarkeit ein Anliegen ist, kann man im Voraus Münzen in kleinen Stückelungen erwerben, zum Beispiel 1/20 Unze.
