Das Dorf der Antiquitätenhändler: Schätze und Geheimnisse des polnischen Marktes - AUCBURG | AUCBURG
Das Dorf der Antiquitätenhändler: Schätze und Geheimnisse des polnischen Marktes
Unweit der polnischen Stadt Posen befindet sich ein einzigartiges Dorf, das zu einem wahren Zentrum für Liebhaber von Antiquitäten geworden ist. Die meisten seiner Bewohner sind auf die eine oder andere Weise mit dem Antiquitätenhandel verbunden und beschäftigen sich mit dem Kauf und Verkauf historischer Gegenstände. Dieser Ort zieht Kenner aus der gesamten Umgebung und sogar aus anderen Ländern an.
Das polnische Dorf, in dem Antiquitäten zu Hause sind
Unweit der polnischen Stadt Posen befindet sich ein einzigartiges Dorf, das zu einem wahren Zentrum für Liebhaber von Antiquitäten geworden ist. Die meisten seiner Bewohner sind auf die eine oder andere Weise mit dem Antiquitätenhandel verbunden und beschäftigen sich mit dem Kauf und Verkauf historischer Gegenstände. Dieser Ort zieht Kenner aus der gesamten Umgebung und sogar aus anderen Ländern an.
Die Tragödie von 2024: Der Brand und seine Folgen
Leider wurde das Dorf Mitte 2024 von einem Unglück heimgesucht – ein Großbrand brach aus und zerstörte zahlreiche Hangars mitsamt ihrem gesamten Inhalt. Hektarweise Flächen, auf denen Antiquitäten gelagert wurden, waren betroffen, was ein schwerer Schlag für die örtlichen Händler war. Unter den Bewohnern kursierten Gerüchte, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte, doch die Polizei gab dazu keine offizielle Erklärung ab. Nach dem Brand begannen die Menschen, anstelle der abgebrannten provisorischen, zeltähnlichen Bauten neue, solidere Lagerhallen zu errichten.
Die Tragödie von 2024: Der Brand und seine Folgen
Zu Besuch bei einem der Gründer
Einer der Ersten, der in diesem Dorf mit dem Antiquitätenhandel begann, lagert seine Waren nicht in einem Hangar, sondern in einem großen alten Haus. Sein Geschäft ist ein Familienbetrieb, an dem seine Tochter, sein Schwiegersohn und seine Frau beteiligt sind. Der Eigentümer ist ein professioneller Tischler, was es ihm ermöglicht, antike Möbel selbst zu restaurieren, da er sich mit allen Feinheiten der Holzbearbeitung auskennt.
Der Besuch dieses Ortes wurde dadurch erschwert, dass er auf Heiligabend fiel. Die Polen sind ein gläubiges Volk, daher waren die meisten Geschäfte geschlossen. Dieser Händler arbeitete nur, weil eine neue Warenlieferung aus Westeuropa, vermutlich aus Deutschland oder den Niederlanden, eingetroffen war und entladen werden musste.
Zu Besuch bei einem der Gründer
Sortimentsübersicht und Preisgestaltung
Im Inneren des Lagerhauses findet man viele interessante Dinge: von einer Kopie des Gemäldes 'Das letzte Abendmahl' von Leonardo da Vinci bis hin zu verschiedensten Möbeln und Uhren. Die Preise sind in polnischen Złoty angegeben. Um den Wert in Euro zu ermitteln, muss man den angegebenen Betrag durch etwa vier teilen.
Zum Beispiel kostet eine Staffelei (ein Ständer für Bilder) 350 Złoty, was etwa 87 Euro entspricht. Ungefähr zum gleichen Preis gibt es auch einen interessanten 'Scherenstuhl', auch als 'Ritterstuhl' oder 'Feldherrenstuhl' bekannt. Seine Besonderheit ist, dass er sich wie eine Schere zusammenklappen lässt, was ihn transportfreundlich macht.
Sortimentsübersicht und Preisgestaltung
Erstaunliche Funde und Paradoxa des Marktes
Unter den ungewöhnlichen Gegenständen stechen massive Holzsessel in Form von Elefanten mit Stoßzähnen aus Elfenbeinimitat hervor. Man kann auch polnische Services aus der Sowjetzeit finden, die einst ebenso beliebt waren wie das deutsche Porzellan 'Madonna'.
Ein interessantes Paradoxon des lokalen Marktes besteht darin, dass die Preise für viele Gegenstände hier deutlich niedriger sind als in Deutschland oder den Niederlanden, von wo sie anscheinend stammen. Vermutlich kaufen die polnischen Antiquitätenhändler die Waren auf europäischen Flohmärkten und bei Haushaltsauflösungen zu sehr niedrigen Preisen ein. Infolgedessen kommen Händler aus ebenjenem Deutschland und den Niederlanden hierher, um dieselben Gegenstände für den Wiederverkauf in ihrer Heimat zurückzukaufen, was eine Art Antiquitätenkreislauf schafft.
Erstaunliche Funde und Paradoxa des Marktes
Uhren und andere Einrichtungsgegenstände
Im Laden gibt es eine große Auswahl an Uhren. Darunter finden sich Kaminuhren von Japy Freres aus dem späten 19. Jahrhundert im Rokoko-Stil, gefertigt aus Messing und Bronze. Man findet auch Uhren im Art-déco-Stil der 1920er-30er Jahre in Holzgehäusen, die besondere Aufmerksamkeit verdienen. Einige von ihnen sind mit Uhrwerken des bekannten deutschen Herstellers Franz Hermle ausgestattet.
Neben Uhren gibt es hier viele andere Gegenstände, die ein Interieur schmücken können. Zum Beispiel kann man einen Phonographen finden – das erste mechanische Gerät zur Aufnahme und Wiedergabe von Ton, der Vorläufer von Grammophonen und Koffergrammophonen. Solche Funde zeigen, wie vielfältig die Welt der Antiquitäten ist.
Uhren und andere Einrichtungsgegenstände
Geografischer Vorteil und Geschäftsstruktur
Der Erfolg dieses Dorfes erklärt sich größtenteils durch seine vorteilhafte geografische Lage. Es liegt nur 30-40 Kilometer von Posen entfernt und unweit einer großen Autobahn, die Deutschland mit der Ostgrenze Polens verbindet. Dies sorgt für einen stetigen Zustrom von Käufern, darunter sowohl Einheimische als auch Händler aus den Nachbarländern.
Viele Verkäufer hier sind, wie auch der Besitzer dieser Lagerhallen, Eigentümer der Räumlichkeiten, was sie von der Zahlung von Miete befreit. Dies ermöglicht es ihnen, auch in schwierigen Zeiten zu überleben. Das Geschäft ist oft ein Familienbetrieb: Die ältere Generation kümmert sich um den Einkauf und die Restaurierung, während die jüngere Generation den Verkauf über das Internet abwickelt und so Kunden auf der ganzen Welt erreicht.